Die vierzig Sprachen des Regens

Heute erscheint mit Grüne Erde 1: Die vierzig Sprachen des Regens der Auftakt zu Kim Stanley Robinsons bekannter Trilogie erstmals in deutscher Sprache. Selten hat sich ein Buch so sehr nach Gegenwart angefühlt. Robinson, der wie kaum ein anderer Autor die literarische Auseinandersetzung mit der Klimakrise geprägt hat, erzählt hier nicht nur von einer nahen Zukunft, sondern von einer Realität, die längst begonnen hat.

Besonders eindrücklich ist die Spannung zwischen Bedrohung und Möglichkeit. Washington gerät nach einem extremen Wetterereignis ins Chaos, politische Trägheit und wirtschaftliche Interessen bremsen entschlossenes Handeln aus. Und doch bleibt der Roman nicht in einer dystopischen Perspektive stehen. Zwischen den Konflikten und Krisen entstehen immer wieder Räume für etwas anderes. Für Zusammenarbeit, für wissenschaftliche Verantwortung und für die beharrliche Vorstellung, dass ein anderes Verhältnis zur Erde möglich ist.

Im Zentrum stehen Anna und Charlie, zwei Figuren, die in komplexen politischen und wissenschaftlichen Strukturen versuchen, handlungsfähig zu bleiben. Klimapolitik wird nicht abstrakt verhandelt, sondern als konkreter Alltag sichtbar. Als ein Ringen um Entscheidungen, die weit über das eigene Leben hinausreichen.

Die „vierzig Sprachen des Regens“ werden so zu einem Bild für die Vielzahl an Perspektiven, die es braucht, um Zukunft neu zu denken. Robinson entwirft keine einfachen Lösungen, aber er öffnet einen Raum für Klima Utopien, die in einer vertrauten und oft beunruhigend realistischen Welt verankert sind. Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft dieses Buches. Es zeigt nicht nur, was auf dem Spiel steht, sondern auch, was noch möglich ist.

Kim Stanley Robinson
Die vierzig Sprachen des Regens
Roman · Dt. Erstausgabe
[Forty Signs of Rain (2004/2015)]
Deutsch von Barbara Slawig

Klappenbroschur · 365 Seiten · Euro 22,–-
ISBN 978–3‑910914–56‑8
E‑Book · 365 Seiten · Euro 9,99
ISBN 978–3‑910914–57‑5

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