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Sternennacht

Eine Komposition von Jonathan Heidorn (2026), inspiriert von Cixin Lius Jenseits der Zeit (2019).

Wie klingt der Zerfall der dreidimensionalen Welt in die zweite Dimension?

Stanley Kubrick hat vorgeführt, wie überragend schön die Kombination von klassischer Musik, mit „An der Schönen Blauen Donau“ von Johann Strauss (Sohn), komponiert 1866/67, mit dem Tanz des Raumgleiters und der Raumstation um die Erde, hundert Jahre später im Film: 2001 – Odyssee im Weltraum (1968) gedreht, wirken kann. Die Magie dieser Szene ist einfach himmlisch in Szene gesetzt und äußerst wirkungsvoll, weil der Regisseur das leere, schwarze Weltall und die technischen Gebilde der Menschheit mit der Musik zu einem Pas de deux, also einem Ballett-Duett von Raumgleiter und Raumstation im Orbit über dem blauen Planeten Erde kombiniert hat.

Wie würde es klingen, wenn ein Komponist die Musik zu einem fundamentalen Werk der Science Fiction schreibt? Cixin Liu beschreibt die finale Zerstörung des Sonnensystems im dritten Band der Trisolaris-Trilogie Jenseits der Zeit (2019) mit den folgenden Tönen:

„Noch gab es Atmosphäre in der Stadt, und der Klang des Zerfalls der dreidimensionalen Welt in die zweite Dimension war hörbar, ein schrilles Knirschen und Knarren, als ob die Häuser und die Stadt selbst aus feinem Kristallglas gemacht wären, über das eine gigantische Walze hinwegrollte.“

Cheng Xin und AiAA gelingt mit ihrem Raumschiff Halo die Flucht aus dem untergehenden Sonnensystem, denn es ist das einzige Raumschiff der Menschheit mit Überlichtgeschwindigkeits-Antrieb, das die Menschheit je gebaut hat. Sie schauen zurück und lauschen den letzten Stimmen des Funkverkehrs der sterbenden Menschheit, bis zum Ende von allem:

„Ein abgebrochener Schrei. Das große Gemälde namens Sonnensystem war vollendet.“

Das Raumschiff Halo fliegt ins Unbekannte, an Bord sind zwei Menschen und die Überbleibsel der Kunstschätze der Menschheit, darunter das Gemälde Sternennacht (1889) von Vincent van Gogh. Cheng Xin und AiAA begeben sich auf die Suche nach den letzten Menschen im Universum.

Sternennacht, Vincent van Gogh, 1889, Öl auf Leinwand, 73,7 mal 92,1 cm, MoMA, New York City.

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